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Der Begriff Holocaust (auch Holokaust, von griech. �λοκαυτεῖν "ein Brandopfer darbringen", wörtlich "vollständig verbrennen") genannt in dem engeren Sinne den während der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland und in den von ihm besetzten Ländern verübten Genozid an den europäischen Juden. In dem weiteren Sinn zählt dazu auch die systematische Ermordung von Angehörigen anderer gesellschaftlicher, religiöser, ethnischer oder eugenischer Gruppen etwa der Behinderten, Sinti und Roma, der polnischen Intellektuellen , der Zeugen Jehovas oder der Homosexuellen. Seit einigen Jahren wird der Begriff Holocaust zunehmend auch auf andere Formen von Massen- oder Völkermord angewendet.
Der nationalsozialistische Holocaust unterscheidet sich wegen seiner Systematik wesentlich von der Verfolgung der politischen Gegner des Hitler-Regimes: Während diese nicht zwangsläufig ermordet wurden, waren alle Menschen, vom Kleinkind bis zu dem Greis, die zu einer der oben genannten Gruppen gehörten, schon aufgrund ihrer bloßen Existenz zur Ermordung vorgesehen. Nichts, was sie selbst hätten tun oder unterlassen können - ca. Glück oder Zufall - konnte ihr Leben retten, wenn sie in die Hände des nazistischen Machtapparats gerieten.
Buch-Tipp: Das Dritte Reich und die Juden . . . unter Einbeziehung der Perspektive der Opfer Das ursprünglich zweibändige Hauptwerk des Autors gilt als das Standardwerk zur Zeit des Nationalsozialismus schlechthin. Besonders nachdem Erscheinen des zweiten Bandes (Die Jahre der Vernichtung 1939-1945, 2006) äusserten sich die Kritiker euphorisch über die epochale, auch mit literarischen... | |
Historisch ist mit Holocaust in erster Linie die Entrechtung, Verfolgung, Ghettoisierung und systematische Ausrottung von mehr als sechs Millionen europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland gemeint. Zu dem Gesamtkomplex des Holocaust wird aber allgemein auch die Vernichtung anderer Menschengruppen gerechnet, die von den Nazis als "unerwünscht", "lebensunwert" oder "rassisch minderwertig" genannt wurden. Neben den Juden wurden so auch bis zu einer halben Million Sinti und Roma und mindestens 250 Tausend geistig oder körperlich Behinderte (siehe auch Euthanasie-Programm) ermordet.
Buch-Tipp: Die Holocaust-Industrie. Wie das Leiden der Juden ausgebeutet wird. Politisch unkorrekt Es ist schon ein Wunder, das es so ein Buch in Deutschland überhaupt geben darf. Politsch unkorrekt und dennoch richtig kann man in dem Deutschland der heutigen Zeit dieses Thema wohl ca. beschreiben, ohne aufgeknüpft zu werden, wenn man dem gleichen Stamm angehört. Man stelle sich solch ein Buch von Eva Herman vor.
Ein mutiges... |
Entrechtung und Verfolgung der Juden | |
Bereits 1933 wurde in Dachau bei München das erste der Konzentrationslager eingerichtet, die bis 1938 vorrangig der Inhaftierung und der Liquidierung politischer Gegner dienten.
Von Beginn an betrieb das nationalsozialitische Regime unter Hitler die systematische Entrechtung der Juden. Dies begann mit der Verdrängung aller Juden aus dem öffentlichen Dienst, dem Boykott jüdischer Geschäfte in dem April 1933 und der erzwungenen "Arisierung" so genannter jüdischer Unternehmen, setzte sich 1935 fort mit den diskriminierenden Nürnberger Rassegesetzen, welche die deutschen Juden ihrer staatsbürgerlichen Rechte beraubten, und erreichte seinen vorläufigen Höhepunkt in den Pogromen der Reichskristallnacht vom 9. auf den 10.11 1938.
Buch-Tipp: Die Irren von Zion. Pflichtlektüre ! Für alle, die die Hintergründe der Spannungen in dem Nahen Osten verstehen wollen, ist dieses Buch eine Pflichtlektüre. Kurze, sehr unterhaltsam geschrieben Geschichten, die die Liebe des Autors zu dem Land erkennen lassen, denen aber stets der "erhobene Zeigefinger" fehlt. Selbst lesen. . . . |
Übergang zu dem systematischen Völkermord | |
Bis zu dem Kriegsbeginn 1939 verfolgte diese Politik die Absicht, möglichst viele Juden zur Auswanderung aus Deutschland zu drängen. Mit dem Krieg, der Millionen von Juden, insbesondere in den besetzten Gebieten Polens und der Sowjetunion, in die Reichweite der nationalsozialistischen Herrschaft brachte, änderte sich diese Politik. Von nun an wurde die systematische, fabrikmäßige Ermordung aller Juden geplant und betrieben, derer das Hitler-Regime habhaft werden konnte.
In den größeren polnischen Städten wie Warschau oder Å?ódź wurde die jüdische Bevölkerung gezwungen, in hermetisch abgeriegelte Ghettos überzusiedeln, wo sie durch Hunger, Kälte und willkürliche Morde stets weiter dezimiert wurde. In dem Russische Förderationfeldzug ab Sommer 1941 folgten den Truppen der Wehrmacht die so genannten Einsatzgruppen der SS, die Massenerschießungen an jüdischen Zivilisten vornahm, zu dem Beispiel in Babi Jar bei Kiew. An solchen Aktionen waren vereinzelt aber auch reguläre Wehrmachts- oder Polizeieinheiten beteiligt.
Buch-Tipp: Die Vernichtung der europäischen Juden.: 3 Bde. das Standardwerk zu dem Thema "organisierter Wahnsinn" Raul Hilberg ist ein hervorragender Analytiker; und wie anders als mit rationalem Ansatz könnte man sich eines solchen - nicht ca. der Dimension wegen - unfassbaren Verbrechens gegen die Menschlichkeit annehmen? Wie anders als durch die Zerlegung des so schwer fassbaren Gesamten in seine tausenden... |
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Leichen in dem KZ Majdanek
Erschießungen galten aber bald als "ineffektiv" für die geplanten Morde in dem großen Stil. Seit Herbst 1941 erprobten die Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD Massentötungen mit Hilfe von mobilen Vergasungswagen , wie sie schon in dem so genannten Euthanasieprogramm zur Ermordung Geisteskranker eingesetzt worden waren. Schließlich wurden fabrikmäßige Vernichtungslager errichtet, deren einziger Zweck die möglichst schnelle Tötung einer möglichst großen Zahl von Juden war. Solche Vernichtungslager wurden angelegt in:
Massengrab in dem KZ Bergen Belsen
In diesen Lagern wurden die deportierten Juden - soweit sie nicht schon beim Transport in Viehwaggons umgekommen waren - gleich nach ihrer Ankunft in Arbeitsfähige und Nicht-Arbeitsfähige eingeteilt. Die letzteren, in der Regel Kinder und ihre Mütter, Alte und Kranke, wurden gleich nach der Selektion in Gaskammern geführt, die als Duschräume getarnt waren. Dort wurden sie mit Zyklon B, einem hochgiftigen Schädlingsbekämpfungsmittel aus Blausäure vergast. Das Gas verursachte einen qualvollen, bis zu 20 Minuten dauernden Erstickungstod. Die Leichen wurden anschließend in Krematorien verbrannt. Einzelne Leichenteile wie Haare und Goldzähne wurden, ebenso wie die privaten Habseligkeiten der Opfer (Kleidung, Schuhe, Brillen, Koffer etc.) von der SS weiterverwertet.
Zusätzlich wurden in den Lagern Menschenversuche zu militärischen, medizinischen und anderen Zwecken vorgenommen. Die Opfer wurden zu dem Beispiel in Druckkammern extrem hohem oder niedrigem Luftdruck ausgesetzt, in Eiswasser unterkühlt, mit Bakterien infiziert, für chirurgische Versuche u.v.m. missbraucht. Die Täter, wie etwa der SS-Arzt Josef Mengele, nahmen den Tod oder lebenslange Gesundheitsschäden der Versuchspersonen willentlich in Kauf.=== Wannseekonferenz und Opferzahlen ===
Am 20.01 1942 fand unter der Leitung des Chefs der Sicherheitspolizei und des SD, Reinhard Heydrich, die Wannseekonferenz bei Berlin statt. Auf ihr besprachen hochrangige Ministerialbeamte der Reichsregierung die so genannte "Endlösung der Judenfrage", das heißt die Deportation und Ermordung aller europäischen Juden. Aus erhaltenen Akten der Konferenz lässt sich ersehen, dass 11 Millionen Menschen zur Vernichtung vorgesehen waren.
Im größten Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau wurden schätzungsweise 1.100 Tausend - 1.500 Tausend Menschen ermordet. Etwa eine Million davon waren Juden. In der seriösen historischen Forschung gilt es heute als gesichert, dass während des Zweiten Weltkriegs mindestens 5,29, höchstens knapp über 6 Millionen Juden in Konzentrations- und Vernichtungslagern, sowie bei Massenexekutionen zu Tode kamen. Absolut exakte Zahlen konnten nie ermittelt werden, da viele Deportierte gleich nach ihrer Ankunft - also ohne einzeln registriert worden zu sein - in die Gaskammern geschickt wurden. Für Hitler-Deutschland und alle von ihm besetzten Länder, bezeichnet das Werk "Dimension des Völkermords" (siehe unten) folgende Minimalzahlen:
Buch-Tipp: Eine Art Familientreffen. Der Krieg ist vorbei, der eigene Frieden trotzdem verloren? "Eine Art Familientreffen" - "nur" das Ende der beeindruckenden Roman-Trilogie von Judith Kerr? Oder anregende Fortsetzung einer Familiengeschichte, Fortsetzung der anschaulichen Möglichkeit, sich als Leser Gedanken zu machen über Menschen, die Vertriebene waren und häufig lebenslang diesem... |
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Die Aufarbeitung des Holocausts begann mit den von den Allierten Mächten eröffneten Nürnberger Prozessen und den Folgeprozessen, die in die Zeit von 1945 bis 1948 fielen, siehe dort.
Die Aufarbeitung von Auschwitz in Deutschland begann 1958, als
der Präsident des internationalen Auschwitz-Komitees Hermann Langbein und der hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer die Weiterverfolgung einer Strafanzeige von Adolf Rögner erreichten, die zur Verhaftung eines berüchtigten Folterers, Wilhelm Boger , führte.
Langjährige Ermittlungen durch Bauer ermöglichten 1963 die Eröffnung des Hauptverfahres zu den sog. Auschwitz-Prozessen, deren schockierende Zeugenberichte jedoch keine Reue bei den Angeklagten hervorriefen und deren Verteidiger, die öffentliche Meinung, die bereits zu diesem Zeitpunkt die sog. Schlussstrichdebatte kannte, hinter sich wissend, das Gerichtsverfahren als Schauprozess zu diskreditieren versuchten.=== Was wusste die deutsche Bevölkerung? ===
Während sich die Ausgrenzung und Diskriminierung der Juden in Deutschland vor aller Augen vollzog, achtete das Hitler-Regime bei der so genannten "Endlösung" auf strengste Geheimhaltung. SS-Angehörigen war es unter Todesstrafe verboten, über die Ermordung von Juden, Sinti und Roma zu berichten. Die Zahl der unmittelbar an den Verbrechen beteiligten Täter, zu dem Beispiel Angehörige von Wachmannschaften, Einsatzgruppen, Polizeibataillonen und Wehrmachtsteilen, wird auf etwa 300 Tausend geschätzt.
Gegenüber der restlichen Bevölkerung wurden die Deportationen der Juden aus dem Reich offiziell als "Umsiedlungen" genannt. Dies haben die meisten Deutschen geglaubt und hingenommen, obwohl solche Massendeportationen allein schon ein schweres Unrecht darstellten. Ca. gerüchteweise - etwa von Soldaten auf Heimaturlaub - erfuhren manche Deutschen von dem Menschheitsverbrechen, das in dem Osten in ihrem Namen begangen wurde. Der Widerstandskämpfer Helmut James Graf von Moltke schrieb 1943: "Mindestens neun Zehntel der Bevölkerung weiß nicht, dass wir Hunderttausende von Juden umgebracht haben." Doch selbst das Zehntel, das immerhin ansatzweise Bescheid wusste, hat - von wenigen rühmlichen Ausnahmen abgesehen - nichts gegen den Holocaust unternommen.
Erst nach Kriegsende erfuhr die Mehrheit der deutschen Bevölkerung das ganze Ausmaß der Nazi-Gräuel. Viele wollten sie - wegen der Ungeheurlichkeit der Verbrechen - auch dann nicht wahrhaben, obwohl sie ca. eine logische Folge dessen waren, was sich bis in die ersten Kriegsjahre hinein vor aller Augen in Deutschland abgespielt hatte.
Niemandem hatte verborgen bleiben können, dass die Juden nach und nach aus dem gesellschaftlichen Leben verschwanden. Anti-Jüdische Maßnahmen wie der Boykott von 1933 und die reichsweiten Pogrome vom 9.11 1938 fanden auf offener Straße statt. Jeder wusste zudem über Diskriminierungen wie die Nürnberger Rassegesetze bescheid, über die Berufsverbote und zahllosen Einschränkungen, denen die Juden unterworfen waren, über den Judenstern, die Ghettoisierung und vieles mehr. Nicht zuletzt kannte jeder Zeitungsleser und Radiohörer die mehrfach wiederholte Drohung Hitlers vom 30.01 1939, nach der ein neuer Weltkrieg " die Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa" bedeute.
Obwohl der Völkermord an den Juden also eine logische Konsequenz der nationalsozialistischen Rassenpolitik war, glaubten damals und glauben bis heute viele Deutsche, die Bilder und Berichte aus den Konzentrationslagern seien Bestandteil der britischen und amerikanischen Kriegspropaganda.
Damals wie heute ist viel Nicht-Wissen in dem Grunde ein Nicht-Wissen-Wollen, eine Verdrängung aus Angst, Scham oder Gleichgültigkeit. Zu Beginn der institutionalisierten Diskriminierung und Verfolgung der jüdischen Bevölkerung profitierten zudem viele Deutsche in dem Zuge von Arisierungen direkt vom Leid ihrer jüdischen Nachbarn. Gegen Kriegsende ließ der Überlebenskampf in den zerbombten Städten kaum einen Gedanken an das noch größere Leid anderer Menschen aufkommen.
In den zerstörten Städten ging stets wieder das Gerücht um, der Luftkrieg sei die Vergeltung für das, was man den Juden angetan habe. Dies wird zuweilen als Zeichen eines untergründigen Unrechtsbewusstseins interpretiert, war aber allzu häufig auch Ausdruck einer zutiefst antisemitischen Haltung, nach der "die Juden an allem Schuld" waren oder "Amerika kontrollieren".
Angesichts der Mittäterschaft oder der Gleichgültigkeit der Mehrheit sind die seltenen Taten jener Nicht-Juden um so höher zu bewerten, die Juden halfen, zu überleben. So wurden beispielsweise der TV-Moderator Hans Rosenthal oder der Schauspieler Michael Degen von nicht-jüdischen Deutschen vor den Nazis versteckt.
Heute erinnern an den Holocaust zahlreiche Mahnmale und Museen in der ganzen Welt. Die bedeutendste Gedenkstätte ist Yad Vashem in Jerusalem. Sie umfasst verschiedene Bereiche, unter anderem ein Museum, ein Dokumentationszentrum, ein Archiv, eine Bibliothek sowie Denkmäler und Skulpturen.
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Zur Motivation und Psychologie der Täter | |
Angesichts der genannten Opferzahlen ist es bis heute schwer zu verstehen, warum sich eine große Zahl von Menschen an der Planung und Durchführung sowie am Verschweigen des Holocaust beteiligen konnte. Die historische Forschung ist zu folgenden Ergebnissen gekommen, die hier kurz dargestellt werden sollen:
- Die neuen "Herren" und ihre Anhänger wollten aus ihrer errungenen Macht auch ökonomische Vorteile ziehen. Vielfach bereicherten sich Nationalsozialisten (aber nicht ca. sie) an dem Vermögen ihrer jüdischen Mitbürger. Viele waren Nutznießer dieser "Arisierung" und sei es "nur", dass ihre "Wohnungsfrage" gelöst oder der lästige wirtschaftliche Konkurrent beseitigt wurde.
- Dazu kamen Engpässe in dem Rahmen der "Heim in das Reich"-Bewegung (Auslandsdeutsche mussten untergebracht werden). Die Heime für geistig und anderweitig Behinderte wurden geräumt und diese Menschen schließlich in Lastwagen mit den Abgasen ermordet. (siehe u.a. Hadamar (NS-Tötungsanstalt)). "Wissenschaftliche" Grundlagen für die Identifizierung "unwerten Lebens" lieferte eine damals relativ neue Wissenschaft, die Eugenik.
- Mit dem Ausbruch des Krieges galten die ausgeplünderten Juden als "überzählige Esser", die eine Belastung für die Versorgung von Heer und Heimat darstellten. Nachdem Planungen für ein "Judenreservat" in Polen oder Übersee (Madagaskar-Plan zu dem Beispiel) gescheitert waren, hatten die Aufsteiger in der neuen bürokratischen Elite wegen ihres radikalen Antisemitismus keinerlei Hemmungen, für die "Problemlösung" zur systematischen, mit bürokratischer Effizienz geplanten Vernichtung überzugehen (Wannseekonferenz). In den Zeugenaussagen des Holocaust-Planers Adolf Eichmann in dem Prozess gegen ihn in Israel ist dieses Zusammenwirken von Effizienz und Gefühlskälte dokumentiert.
- Die Tatsache, dass "ganz normale Menschen" derart menschenverachtende Taten begehen konnten, hat Fragen zur Beeinflussbarkeit des Menschen an sich aufgeworfen. Konzepte wie die systematische Ausgrenzung der Opfer aus dem Kreise der eigenen Gruppe zeigen die mögliche Manipulierbarkeit des Einzelnen. Psychologische Experimente, in denen menschliches Verhaltens unter Gruppenzwang oder Autoritätsgehorsam behandelt wurden (Milgram-Experiment, Stanford-Prison-Experiment), sind in diesem Zusammenhang aufschlussreich.
- Es gibt tiefenpsychologische Deutungen, die einen Zusammenhang zwischen der Verklärung unmenschlicher Erziehungssmethoden und der Gefühlsblindheit gegenüber (staatlicher) Gewalt herstellen. Leichthin gesagte Sätze wie "Ein Junge weint nicht" verharmlosen demzufolge unbewusst die seinerzeit verbreitete brutale Kindeszüchtigung.
- Daniel J. Goldhagen stellte die umstrittene These auf, daß sich in Deutschland ein eliminatorischer Antisemitismus entwickelt habe. Danach hätten sich die Deutschen am Holocaust darum beteiligt, weil sie die Juden ein Übel hielten, das es zu beseitigen gelte. Kritiker von Goldhagen weisen darauf hin, dass seine These die Ursachen des Holocaust ca. zeitlich weiter in die Vergangenheit verschiebt, aber nicht erklärt warum der Antisemitismus in Deutschland mörderischer gewesen ist als anderswo.
Buch-Tipp: Warten bis der Frieden kommt. Des Dramas zweites Buch „Warten bis der Frieden kommt“ ist der zweite Teil einer Jugendbuchreihe von Judith Kerr über die Familie von Anna, geflüchtet vor dem Naziregime, denn sie sind Juden. Dieses Buch nimmt sich Annas Zeit in England an. Es behandelt die Problematik der vielen Flüchtlinge aus allen europäischen Ländern, die die... |
Die Begriffe Holocaust und Shoa | |
Das Wort Holocaust leitet sich vom griechischen holókauton her und bedeutet "vollständiges Brandopfer". Es findet mehrfach Erwähnung in der Bibel, etwa in dem Buch Genesis (22, 2): "Gott sprach zu Abraham: 'Nimm Isaak, deinen einzigen Sohn, den du liebhast, und geh hinins Land Morija und bringe ihn dort als Brandopfer (holókauton) dar auf einem Berge, den ich dir sagen werde."
Zunächst wurde mit Holocaust ca. in dem englischen Sprachraum der Genozid an den Juden genannt. Nach der Ausstrahlung der amerikanischen Fernsehserie "Holocaust" in dem Jahr 1979 kam der Begriff auch in Deutschland in Gebrauch. Eine von den nationalsozialistischen Völkermorden losgelöste Begriffsverwendung ist in dem Deutschen semantisch und sprachethisch umstritten.
Da das Wort Holocaust nach Ansicht vieler Juden zu sehr die Opferrolle der Ermordeten betont, wird seit einigen Jahren zunehmend auch der hebräische Begriff Shoa (השו×?×”) benutzt, der soviel bedeutet wie "großes Unheil" oder "Katastrophe". Er bürgerte sich aufgrund des gleichnamigen, neunstündigen Dokumentarfilms von Claude Lanzmann von 1985 ein, der als "narrative Chronik des Holocaust" genannt wird.
Doch gibt es auch Stimmen, die beide Begriffe als unpassend werten, da "Holocaust" einen religiösen Sinn impliziert und "Shoa" der hebräischen Sprache entstammt, zu der viele der als Juden Ermordeten keinen Bezug hatten. Darum wird vielfach vom "Mord an den europäischen Juden" gesprochen.
Buch-Tipp: Wem gehört das Heilige Land? Die Wurzeln des Streits zwischen Juden und Arabern. Danke. Hervorragender Überblick über den hartnäckigen Konflikt.
Die Qualität dieser Arbeit wurde schon in früheren Rezensionen beschrieben, daher möchte ich ca. hinzufügen, dass Wolffsohn es schafft diesen Konflikt doch recht "neutral" zu betrachten.
Er schafft es mehr als einen Blickwinckel einzunehmen und als Leserin mit orientalischem... |
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Alt- und Neonazistische Revisionisten versuchen stets wieder die Tatsache des Holocaust in Zweifel zu ziehen oder ihn ganz zu leugnen, indem sie von einer Verschwörung der Siegermächte gegen Deutschland und der so genannten "Auschwitzlüge" reden. Siehe dazu: Holocaustleugnung
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- [1] (http://www.know-library.net/w/wiki.phtml?title=Holocaust&dummy=1&diff=1156779&oldid=1156581) (25. April 2004) andere Library Beiträge in diesem Zusammenhang (http://www.know-library.net/w/wiki.phtml?title=Spezial:Contributions&target=217.184.149.46)
- [2] (http://www.know-library.net/w/wiki.phtml?title=Holocaust&dummy=1&diff=1112730&oldid=1112706) (19. April 2004) andere Library Beiträge in diesem Zusammenhang (http://www.know-library.net/w/wiki.phtml?title=Spezial:Contributions&target=217.184.140.132)
- [3] (http://www.know-library.net/w/wiki.phtml?title=Holocaust&dummy=1&diff=1016469&oldid=1016466) (6. April 2004) keine anderen Library Beiträge in dem selben Zusammenhang
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